Was Sie über Tendinitis calcarea wissen sollten
Viele Menschen mit Schulterschmerzen stellen sich die Frage: Kalkschulter – Bewegung oder Ruhe? Die sogenannte Kalkschulter kann plötzlich starke Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit stark einschränken. Doch was hilft wirklich bei einer Kalkschulter, Schonung oder gezielte Bewegung?
In diesem Beitrag erklären wir, warum die richtige Balance zwischen Ruhephasen und aktiver Bewegung entscheidend für den Heilungsverlauf ist und wie Sie Ihre Schulter langfristig gesund halten können.
Was ist eine Kalkschulter?
Die Kalkschulter, auch medizinisch als Tendinitis calcarea bezeichnet, ist eine schmerzhafte Erkrankung der Schultersehnen. Dabei lagern sich Kalziumkristalle in den Sehnen der Rotatorenmanschette ab, meist in der Supraspinatussehne. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, vermutet werden jedoch Durchblutungsstörungen, Fehlbelastungen oder Mikrotraumata.
Betroffene berichten oft über intensive Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Schlafstörungen, vor allem beim Liegen auf der betroffenen Schulter. Hierbei stellt sich häufig die Frage „Kalkschulter Bewegung oder Ruhe?„
Was sind die Ursachen der Kalkschulter?
Die genauen Ursachen sind noch nicht abschließend erforscht. Es gibt jedoch mehrere Risikofaktoren, darunter:
- Fehlbelastungen oder Überkopfarbeiten
- Durchblutungsstörungen in der Sehne
- Mikrotraumata durch Sport oder Beruf
- Hormonelle Veränderungen (z. B. bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren)
- Genetische Veranlagung
Kalkschulter Bewegung oder Ruhe – was soll ich tun?
Diese Frage stellen sich viele Betroffene – zurecht. Die Antwort hängt von der Phase der Erkrankung ab:
Akute Phase (Entzündung & Schmerzen)
In der akuten Entzündungsphase ist Schonung wichtig. Die Schulter sollte nicht zusätzlich gereizt werden. Kühlung, entzündungshemmende Medikamente und ggf. eine kurzzeitige Ruhigstellung können helfen, die Symptome zu lindern. Bewegung unter starken Schmerzen ist nicht empfehlenswert.
Postakute Phase (Heilung & Anpassung)
Sobald die akute Entzündung abklingt, ist gezielte Bewegung entscheidend für die Heilung. In unserer Praxis Physio proAktiv in Leverkusen begleiten wir Patient*innen mit individuell angepasster Physiotherapie, um:
die Beweglichkeit der Schulter schrittweise wiederherzustellen, Muskulatur aufzubauen und eine Fehlbelastung zu vermeiden.
Gezielte Übungen in dieser Phase fördern den Abtransport der Kalkablagerung und verhindern eine chronische Einschränkung.
Ist eine Kalkschulter-OP notwendig?
In den meisten Fällen nicht. Die Kalkschulter heilt häufig von selbst, mithilfe begleitender Physiotherapie und konservativen Maßnahmen. Nur wenn starke Schmerzen anhalten oder die Kalkdepots sehr groß sind, kommt eine operative Entfernung infrage.
Was sind typische Symptome?
- Plötzliche Schulterschmerzen
- Schmerzen beim Anheben des Arms
- Nachtschmerz beim Liegen auf der Schulter
- Bewegungseinschränkungen
- Manchmal ein hörbares oder fühlbares „Knirschen“ in der Schulter
Behandlungsablauf mit und ohne OP
Ohne Operation (konservativ):
- Diagnose: durch Ultraschall oder MRT
- Akutbehandlung: Medikamente, Kühlung, ggf. Stoßwellentherapie
- Aufbauphase: gezielte Bewegungstherapie in der Physiotherapie-Praxis Physio proAktiv durch Heimübungen und ergonomische Anpassungen
Mit Operation:
- Minimalinvasiver Eingriff(Arthroskopie) zur Entfernung der Kalkherde
- Ruhigstellung der Schulter für wenige Tage
- Rehabilitation durch gezielte Nachsorge-Physiotherapie, um die Beweglichkeit und Kraft wieder aufzubauen
- Langfristige Nachbetreuung zur Vorbeugung erneuter Beschwerden
Übungen gegen Kalkschulter – was hilft?
Sanfte Dehnübungen und Kräftigungseinheiten sehr hilfreich sein. Typische Übungen sind:
- Pendelbewegungen zur Lockerung
- Tuchziehen hinter dem Rücken zur Dehnung
- Außenrotation mit Theraband für gezielten Muskelaufbau
- Wall Slides (Schulterblattkontrolle und Mobilität)
Wichtig: Übungen nur schmerzfrei und idealerweise unter physiotherapeutischer Anleitung durchführen – zum Beispiel bei Physio proAktiv in Leverkusen.
Ist eine Kalkschulter gefährlich?
Eine Kalkschulter ist nicht lebensbedrohlich, kann aber den Alltag erheblich einschränken. Ohne Therapie kann sie zu chronischen Schulterschmerzen oder Bewegungseinschränkungen führen. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Prognose deutlich.
Wie lange dauert die Heilung einer Kalkschulter?
Die Heilungsdauer variiert stark – je nach Ausprägung und Behandlungsform.
Konservativ: meist innerhalb von 3 bis 6 Monaten
Mit OP: vollständige Genesung nach ca. 8 bis 12 Wochen, je nach Nachsorge Wichtig ist eine kontinuierliche physiotherapeutische Begleitung.